Dieter Thomas Heck – ein Großer ist gegangen

Wenn jemand wie Dieter Thomas Heck, einer der ganz Großen im Medienbusiness geht, betrifft es immer uns alle, die wir mit ihnen aufgewachsen sind. Sich dann dazu in der Öffentlichkeit zu äußern, ist oft peinlich, unnötig und eitel.

Ihr gestattet mir dennoch, zum gestrigen Tod von Carl-Dieter Heckscher alias Dieter Thomas Heck etwas zu sagen.

Neben den im kollektiven Gedächtnis verankerten Samstagabenderlebnissen, frisch gereinigt im Bademantel und mit Tomatenheringsfilet auf Graubrotschnitten vorm Fernseher zu sitzen, um den schmissigen Ansagen des Kotelettenmannes zwischen den SchlaghosensängerInnen zu lauschen, von „Es ist 19 Uhr dreißig, hier ist Berlin!“ bis zum Abspann „…eine Sendung des Zett – Deh – Eff!“, daneben gibt es ja auch meine ganz persönliche Sicht.

Als Parodist, zumal im Gespann mit meinem damaligen Kollegen Till, „frisst“ man solche Charaktere und schmeißt sie sich immer wieder zu, unendlich oft. Im Tourbus, in der Garderobe, beim Proben, und dann führt das irgendwann unweigerlich zu einer Bühnennummer. Bei Till & Obel wurde dies dann zu „Ich bin Heck“ (Orig. „Sie ist weg“ von den Fantas). Den Song haben wir locker 200mal gespielt, und immer war ich „Heck“.

Das führte sogar dazu, dass ich zu seinem 30. TV-Jubiläum in mehreren kleinen, von Holger Rettler sehr humorvoll produzierten Einspielfilmen „Das Leben DTHs“, vom Baby bis zum Fernsehstar, ebendiesen verkörpern durfte. Als er sich in der Sendung dann nach einer Einspielung unter tosendem Applaus und Lachen des Publikums freudig erstaunt zu Moderator Frank Elstner beugte und begeistert fragte „Wer war das?“, und dieser erwiderte „Der Obel von Till & Obel!“, meinte Heck schlicht: „Ach so.“

Kennengelernt habe ich ihn nie. Die körperlich nächste Begegnung war im Hotel in Mannheim, wo wir spielten und er aber am selben Abend eine Fernsehproduktion hatte, und völlig unerwartet abends in die Hotelbar kam und noch von der Eingangstür zur Theke rief: „Drei!!! – … Bier!!!“ Das war sehr lustig.

In den letzten Jahren war es ruhiger um ihn geworden. Ihn auf der Bühne groß zu parodieren entbehrte eines Anlasses. Dennoch kam mir beim Soundcheck immer wieder seine sonore und gleichsam schneidende Stimme unter, und bei Mixshows spielte ich oft mit dem Gedanken, die lange Sponsorenliste in Form seines legendären Abspanns mit kleinem Zettel runterzurattern. Das schien mir jedoch nicht mehr zeitgemäß und wäre es wohl auch nicht gewesen.

Doch es zeigt: Er hat jedenfalls unsere Kindheit geprägt, und auch wenn ich nicht auf Schlager stehe: Es gibt deutlich Schlimmeres in dieser Welt. Dieter Thomas Heck hat uns allen sehr viel gegeben. Dafür bin ich dankbar, und ich bin mir sicher, wir sind es alle.

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